Die Kränkungen der Menschheit
2019
von Anta Helena Recke, Maxi Menja Lehmann und Anna Froelicher
Premiere
Kammerspiele, München DE
Credits
«Die weitgehend meditative Performance hinterfragt auf sublime Weise Betrachtungsnormen und damit Muster der Rezeption und Repräsentation.» (Jury Theatertreffen Berlin, 2020)
Die Inszenierung «Die Kränkungen der Menschheit» kreiert einen Bilderzyklus. Nacheinander legt sich ein Bild über das andere und lässt einen hybriden Raum zwischen Museum, Zoologischem Garten und Labor entstehen: eine Horde Affen bevölkert die Bühne und versammelt sich schließlich wie jeden Tag zur Fütterung um einen Mann im weißen Kittel; eine kleine Museumsgruppe begibt sich auf einen Streifzug durch das Museum einer fiktiven europäischen Hauptstadt; eine große Gruppe von Menschen zeichnet Muster in den Raum. Der Abend führt uns an jene fragilen Momente, an denen eine Vorstellung von Welt durch eine andere abgelöst wird. Angelehnt an Sigmund Freuds «Kränkungen der Menschheit», die den Verlust der Vormachtstellung des Menschen zum Thema machen, widmet sich die Inszenierung der noch grundlegenderen Frage danach, wer die Menschheit denn ist? In «Die Kränkungen der Menschheit» geht es um das Zeigen, das Ordnen und das Verstehen wollen. Es ist ein Stück über eine Gesellschaft, die von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt wird. (Text: Anna Froelicher, Maxi Menja Lehmann)
«Die Kränkungen der Menschheit» wurde 2020 als eine der zehn besten Inszenierungen des deutschsprachigen Raums gekürt und zum Theatertreffen Berlin und Peking eingeladen, sowie zum radikal jung Festival in München.
«Die Kränkungen der Menschheit» ist eine Produktion von Anta Helena Recke mit den Münchner Kammerspielen. In Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg und Mousonturm Frankfurt.
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Fonds Darstellende Künste.
Programmheft zu «Die Kränkungen der Menschheit»